Retten wir wirklich das Klima? Oder beruhigen wir nur unser Gewissen?

                

In Deutschland steht die Energiewende ganz oben auf der Agenda. Aber ist der deutsche Ansatz auch effektiv? Werden die Gelder dort eingesetzt, wo Sie den größten ökologischen Nutzen generieren? Das darf bezweifelt werden. Zeit zum Umdenken

von Marco Wehr


Es hätte ein entspannter Abend sein können. Die junge Familie saß auf der Terrasse eines thailändischen Restaurants in der Tübinger Belthlestraße beim Essen, als der Vater ein Auto hörte, das nach seinem Gefühl zu rasant beschleunigte. Der 35-jährige Mann sprang auf, ergriff einen Stuhl und stellte sich auf die Straße, um den vermeintlichen Temposünder zum Anhalten zu bewegen. Als dieser es wagte, ihn zu umfahren, verpasste er dem Renault Clio mit dem Metallstuhl einen kräftigen Hieb. Die hintere Scheibe zersplitterte und die B-Säule wurde beschädigt. Es kam zum Gerichtsverfahren. Die Richterin bezichtigte den Mann der Selbstjustiz. Aber dieser zeigte keine Reue. Er sei ein moralischer Avantgardist mit einem Master in nachhaltiger Mobilität. In naher Zukunft würden die meisten Menschen sein Verhalten für normal halten. 

Nur hundert Meter weiter, im Schlossbergtunnel, kam es vor Jahren zu einem ähnlichen Vorfall. Der Tunnel wurde ursprünglich von Fußgängern, Rad-, Mofa- und Mopedfahrern gleichermaßen genutzt, bis Oberbürgermeister Boris Palmer die motorgetriebenen Fahrzeuge aus diesem verdammte. Ein Tübinger Medizinprofessor wollte Sinn und Zweck dieser Maßnahme nicht einsehen. Er wagte es, den Tunnel mit seiner kleinen Tochter auf einem Motorroller zu durchfahren. Das fand das Missfallen eines Fahrradfahrers, der Mädchen und Professor ins Gesicht spuckte. 

In beiden Fällen irritiert die Selbstgerechtigkeit der eingebildeten Umweltschützer und diese ist noch nicht einmal durch Fakten gestützt. Auf die Frage der Richterin, wie der Angeklagte sicher sein konnte, dass das Auto so schnell gewesen wäre, entgegnete der Mann, dass er Geschwindigkeit mit den Ohren erkennen könnte. Er hätte lange als Pizzakurier gearbeitet und wüsste deshalb, wovon er redet. Mit ein bisschen Physik, einem Blatt Papier und einem Bleistift in der Hand, hätte man allerdings zeigen können, dass die Version des Angeklagten, so wie sie in der lokalen Presse zu lesen war, wenig plausibel war. Und der Professor rechnete genüsslich aus, dass auch der Palmersche Bann mit Umweltschutz nichts zu tun hat. 

Ein Zigarettenraucher, der völlig legal mit der Kippe in der Hand durch den Tunnel schlendert, emittiert gemäß seiner Rechnung mehr gefährliche Schadstoffe als ein Junge auf seinem Töff-Töff, der nun, auf dem Weg zur Schule, zu einem kilometerlangen Umweg gezwungen wird, was der Umwelt schadet.

Man begegnet in diesen skurrilen Geschichten also einer als Rationalität getarnten Irrationalität, selbst wenn man von der moralischen Selbsterhöhung der Protagonisten absieht. Ist diese ökologische Irrationalität nur auf vereinzelte Fanatiker beschränkt, die über das Ziel hinausschießen? Nein, diese ist weiter verbreitet als man denkt, auch wenn sie nicht immer so plakativ daherkommt, wie in den genannten Beispielen. Die ökologische Bewegung, vertreten durch die Partei der Grünen aber auch durch die einst großen Volksparteien, hat zwar dir richtigen Ziele, wendet aber nicht immer die wirkungsvollsten Methoden an, um sie zu erreichen. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Gut gemeint, ist nicht zwangsläufig gut gemacht. 

Bleiben wir einen letzten Moment in Tübingen und ziehen die Blende etwas weiter auf, dann könnte auch die unlängst geplante Stadtbahn als Beispiel dienen. Für dieses hart umkämpfte Prestigeprojekt, das durch einen Bürgerentscheid gestoppt wurde, hätten 280 Millionen Euro in die Hand genommen werden müssen. Gespart hätte das Mammutunternehmen etwa 6000 Tonnen CO2 im Jahr. Ist das viel? Es mag überraschend klingen: Würden die Tübinger den Luftdruck ihrer Autoreifen regelmäßig prüfen und beim Einseifen unter der Dusche das Wasser abstellen, ließe sich dieselbe Menge CO2 vermeiden. Diese Maßnahmen kosten nichts. Wäre das umkämpfte Vorzeigeprojekt also sein Geld wert? Daran darf man Zweifel hegen. Ganz prinzipiell sollte man nicht vergessen, dass der Klimawandel ein globales Problem ist. Es geht nicht darum, dass Tübingen das Wettrennen um die erste klimaneutrale Stadt gewinnt, egal, was es kostet.

In vergleichbarer Weise darf man die Frage stellen, ob die gigantischen Summen, die in die deutsche Energiewende gesteckt werden, sinnvoll investiertes Kapital sind. Man mache sich bitte einmal die Dimensionen klar! Die deutsche Energiewende ist schon heute das größte Infrastrukturprojekt der BRD nach dem zweiten Weltkrieg. 

In der Summe werden Billionen von Euro investiert werden. Hilft dieses Geld den globalen CO2-Ausstoß merklich zu reduzieren? Das Zwischenergebnis stimmt nicht optimistisch. Bis dato ist die Energiewende wenig effizient. Bei der CO2-Vermeidung dümpelt Deutschland im europäischen Mittelfeld.  Zu allem Überfluss haben wir mittlerweile den höchsten Strompreis der Welt, eine extreme Belastung für Industrie und Privathaushalte. Sind wir trotzdem auf dem richtigen Weg? 

Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn eine andere geklärt wird: 

Wie muss man eigentlich die vorhandenen finanziellen Mittel einsetzen, um so effizient wie möglich den CO2-Ausstoß zu minimieren? 

Diese zentrale Frage ist leicht zu verstehen. Aber sie birgt Abgründe. 

Um diese auszuloten, setzen wir uns zuerst mit dem Begriff der Effizienz auseinander. Effizient wird gehandelt, wenn man mit den vorhandenen Mitteln, das Optimum herausholt. Man stelle sich zur Veranschaulichung eine Mutter und ihre Kinder in einer Hungersnot vor. Die Mutter hat 100 Euro zur Verfügung, um Nahrungsmittel für sich und ihren Nachwuchs zu kaufen. Wäre es effizient, das Geld in ein Rinderfilet zu investieren, das überteuert auf dem Schwarzmarkt erworben wird? Oder wäre es klüger, preiswerte, hochkalorische Lebensmittel, wie Linsen, Reis oder Nudeln zu kaufen? Die Antwort liegt auf der Hand. 

Vergleichbar ist es in der Umweltpolitik. Verantwortlich wird nur da gehandelt, wo das Geld betreffs des Klimawandels eine möglichst große ökologische Wirkung entfaltet. Dabei muss noch betont werden, dass die verfügbaren finanziellen Mittel immer endlich sind. Daraus ergibt sich eine wichtige Schlussfolgerung: Das Geld, das man für wenig effiziente Maßnahmen ausgibt, fehlt, um die wirkungsvollen zu finanzieren! Damit stellt sich die nächste wichtige Frage: Was sind wirkungsvolle Maßnahmen? Um zu einer Antwort zu gelangen, müsste man eine valide Priorisierung vornehmen. Wo wird in den nächsten Jahrzehnten am meisten CO2 emittiert werden und wie könnten wir effizient intervenieren? Weicht man der Beantwortung dieser Frage aus, kann man das Klimaproblem definitiv nicht lösen. Deshalb sollte sie im Zentrum der öffentlichen Diskussion stehen. Tut sie aber nicht. Einige wenige Spezialisten zerbrechen sich die Köpfe, aber im medialen Diskurs ist sie eigentlich nicht existent. Und als handlungsleitender Gegenstand deutscher Politik fungiert sie ebenfalls nicht. 

Zwar wird manchmal resigniert darauf hingewiesen, dass die beiden größten CO2-Emittenten China und die USA sich immer wieder um verbindliche Reduktionsziele drücken, weshalb Europa respektive Deutschland eine Vorbildfunktion zukommen muss. Ein zentrales Problem wird in diesem Zusammenhang aber beharrlich ausgeblendet. In etwa 30 Jahren werden 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben! Besonders Indien und Nigeria wachsen schnell. Überschlägt man den Energiebedarf der Menschheit im Jahre 2050, wird zusätzlich die Energie benötigt, die dem Output von 20000 – 40000 Kohlekraftwerken entspräche. In Deutschland klopfen wir uns auf die Schulter, weil wir planen, 100 Kraftwerke vom Netz zu nehmen.

Bekämpfen wir denn nun in Deutschland, sieht man erst einmal von globalen Überlegungen ab, effektiv den Klimawandel? Dazu werfen wir einen genaueren Blick auf unsere Energiewende! In deren Zentrum steht ein öffentlich wenig hinterfragtes Paradigma: Die Erneuerbaren müssen ausgebaut werden, koste es was es wolle. Das macht uns angeblich unabhängig von Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken. So klingt es unisono aus den Mündern grüner Leitgestirne wie Luisa Neubauer oder Robert Habeck. Selbst Szene-Philosoph Richard David Precht bläst in dasselbe Horn. Das scheint im ersten Moment auch einzuleuchten. Windräder und Sonnenkollektoren haben schließlich keinen Schornstein, aus dem dreckige Luft herausquillt. Aber das blütenweiße Image bekommt schnell Flecken, wenn man hinter die Kulissen guckt. Winde und Sonne sind schließlich unstete Gefährten. Man sollte sich genau überlegen, ob man sich ihnen auf Gedeih und Verderben anvertrauen will. 

“Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“, sagt schon der Volksmund, der damit in metaphorischer Weise der Chaostheorie vorgreift. Diese belegt, dass das Wetter ein schon mittelfristig nicht verlässlich zu prognostizierendes Phänomen ist. Das ist aber schlecht, wenn man nur mit den Erneuerbaren den steten Energiehunger eines Industrielandes stillen will. Tatsächlich besteht massiver Handlungsbedarf, wenn es dunkel und windstill ist. Das ist dann der heimliche Auftritt der öffentlich Geschmähten: Vor allem Kohle, Gas und Uran liefern den fehlenden Strom. Täten sie es nicht, hätten wir ein ernstes Problem. 

Leider verhagelt uns das dann in der Konsequenz die CO2-Bilanz. Noch immer werden in Deutschland für eine Kilowattstunde Energie etwa 500 Gramm CO2 in die Atmosphäre gepustet. Im Gesamtzusammenhang gesehen, haben Windräder und Solarpanele bis zum heutigen Tage also doch einen Schornstein, auch wenn man ihn nicht direkt sieht. Und Elektroautos, die diesen Energiemix tanken, haben einen Auspuff. Weshalb diese trotzdem hartnäckig als Null-Emissionsfahrzeuge bezeichnet werden, bleibt das Geheimnis deutscher und europäischer Politik. 

Wir halten fest: Die deutsche Energiewende ist bis jetzt nicht nur wenig effizient, sie ist auch extrem teuer, da der Kraftwerkspark sozusagen in doppelter Ausführung vorliegen muss. Außerdem gibt es zu denken, dass die absolut zentrale Frage, wie die vorhandenen Mittel eingesetzt werden müssten, um möglichst effektiv gegen den globalen Klimawandel vorzugehen, öffentlich nicht ernsthaft diskutiert wird.

Dass die momentane Situation unbefriedigend ist, wissen natürlich auch die Protagonisten der Energiewende. Doch gemäß ihrer Überzeugung gibt es eine Lösung: Man bräuchte ja nur genug Speicher zu bauen, dann wäre das Problem erledigt. Dann könnten diese bei Dunkelflaute in die Bresche springen, wenn sie vorher mit überschüssigem Strom geladen worden wären, den sie dann wieder ins Netz speisten. Die Dreckschleudern wären überflüssig. Das klingt erstmal nach einer guten Idee. Welche Speicher kämen dafür in Frage? 

Obwohl der Wettstreit um die effizienteste Technologie eigentlich noch gar nicht wirklich begonnen hat, wurde auch hier schon eine paradigmatische Entscheidung getroffen. Der grüne Wasserstoff soll es richten. Andere Möglichkeiten werden kaum oder gar nicht diskutiert. Ist das klug und der Komplexität des Problems angemessen?

Wieder lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wir unterscheiden zum besseren Verständnis zwei unterschiedliche Speicherphilosophien. Betrachten wir zuerst die bekannten Erdgasspeicher! In diesen Speichern können gigantische 230 Terawattstunden Energie gespeichert werden. Es muss betont werden, dass deren Füllstand allein vom Zu- und Abfluss des Erdgases abhängt. Sie sind deshalb von den Leistungsschwankungen der Windräder und Solarpanele entkoppelt. Aus diesem Grund werden sie hier als nicht-volatile Speicher bezeichnet.

Im Gegensatz dazu nutzen volatile Speicher anfallende Stromüberschüsse. Wenn der Wind bläst und die Sonne vom Himmel brennt, werden die Speicher gefüllt. Die gespeicherte Energie kann dann ins Netz eingespeist werden, wenn die Witterungsbedingungen ungünstig sind. Etabliert sind in diesem Zusammenhang Pumpspeicherkraftwerke. Überschüssiger Strom wird verwendet, Wasser in ein hochgelegenes Speicherbecken zu pumpen. Wird Energie gebraucht, lässt man Wasser in Rohren ins Tal schießen. Die kinetische Energie treibt Turbinen an, die  über Generatoren Strom erzeugen. Natürlich lässt sich überschüssige Energie auch in Akkus speichern. Oder man produziert etwa besagten grünen Wasserstoff, indem man mit dem überschüssigen Strom einen sogenannten Elektrolyseur betreibt. Die Wassermoleküle werden in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der Wasserstoff wird gespeichert. Bei Bedarf verstromt man den Wasserstoff in einem speziellen Wasserstoffkraftwerk oder einer Brennstoffzelle. Da die Energie, die benötigt wird, das Wasser im Elektrolyseur “aufzubrechen“, aus erneuerbaren Energiequellen kommt, ist das Verfahren CO2-neutral. Strom wird also benötigt, um Wasserstoff herzustellen, der später genutzt wird, um wieder Strom zu erhalten. In dieser Prozesskette gehen heute etwa 60% Prozent der eingespeisten Energie verloren.

Jetzt stellen sich im Zusammenhang mit der politisch angestrebten Lösung eines volatilen Wasserstoffspeichers einige Fragen. Wie groß müsste dessen Kapazität sein? Was würde er kosten? Und ist Wasserstoff die optimale  Lösung? Oder gäbe es Alternativen?

Um zu verstehen, dass die Frage nach der Kapazität der Speicherarchitektur delikat ist, müssen wir kurz überlegen, was passieren würde, wenn der Bedarf an Energie nicht mehr aus den Speichern gedeckt werden könnte. Dann bestünde die Möglichkeit eines Black-Out. Der hätte fatale Konsequenzen. Wenn der Strom nicht fließt, kann Trinkwasser nicht zum Verbraucher gepumpt werden. Abwässer fließen nicht ab. In Märkten mit elektronischen Kassen lässt sich nichts mehr einkaufen. Waren verderben, da die Kühlketten nicht mehr funktionieren. Fahrzeuge können nicht mehr betankt werden. Und nach wenigen Tagen lassen sich Handys nicht mehr verwenden. Die komplette Kommunikationsinfrastruktur bricht zusammen. 

Wie groß müsste die Kapazität eines volatilen Speichers sein, um diesen Alptraum unter allen Umständen zu vermeiden? Die Antwort ist schwierig. Eigentlich müsste man tief in eine Kristallkugel schauen können, um in der Zukunft jede Form von Unwägbarkeit auszuschließen. Das Wetter ist chaotisch. Die Speicher füllen sich recht erratisch. Im Gegensatz dazu leeren sie sich planbar in Abhängigkeit vom Bedarf. Wie stellt man sicher, dass sich dieser Bedarf immer decken lässt?  

Würde es reichen, sich die Dynamik des Wetters in den letzten paar Jahrzehnten anzuschauen? Dann macht man eine Modellrechnung und multipliziert die ermittelte notwendige Kapazität etwa mit dem Faktor drei und wähnt sich auf der sicheren Seite? Eine solche Vorgehensweise wäre riskant, da der analysierte Zeitraum für repräsentativ gehalten wird. Das könnte ein Irrglaube sein. Hier nur ein Beispiel:

Im April des Jahres 1815 gab es auf der fernen indonesischen Insel Sumbawa einen verheerenden Vulkanausbruch. Als der Tambora explodierte, forderte diese Katastrophe 100000 Menschenleben. Da die Kommunikationsstruktur mit der heutigen nicht vergleichbar war, blieb der Ausbruch zuerst eine kaum wahrgenommene Katastrophe am “Ende der Welt“.  Aber das sollte nicht lange so bleiben. 1816 folgte das berüchtigte “Jahr ohne Sommer“. Die bei der Eruption in die Stratosphäre geschossenen Schwefelverbindungen hatten sich nämlich über den Globus ausgebreitet und veränderten nun massiv das Wetter. Selbst im Hochsommer wurde es schon nachmittags dunkel und es regnete die ganze Zeit. Den ersten Schnee gab es im August. Die Folge waren miserable Ernten, denen fürchterliche Hungersnöte folgten. 

Ist ein solcher Ausbruch heute gänzlich unwahrscheinlich? Oder wäre es ein Gebot der Klugheit, eine solche Möglichkeit mit ins Kalkül zu ziehen? Tatsächlich hielten Vulkanologen solche Ereignisse bisher für selten. Dem widersprechen neueste Studien. Der Forscher Michael Sigl von der Universität Bern wertete mit Kollegen akribisch Eisbohrkerne aus, die wie ein Klimagedächtnis funktionieren. Die Ergebnisse müssen uns zu denken geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den nächsten dreißig Jahren eine vergleichbare Katastrophe erleben könnten, liegt bei 6 Prozent! Haben Sie beim Würfeln schon einmal zwei Sechsen hintereinander geworfen? Bestimmt. Die Wahrscheinlichkeit eines verheerenden Ausbruchs ist mehr als doppelt so groß! Verständlich, dass Vulkanologen darauf drängen, sich mit solchen Szenarien auseinanderzusetzen. Gehör finden sie bislang nicht.

Eine so große Wahrscheinlichkeit bei der Energieplanung zu vernachlässigen, könnte verhängnisvoll sein. Sind wir vor diesem Hintergrund gut beraten, uns nur auf volatile Speicher zu verlassen? Vernünftig wäre es wohl eher, volatile und nicht-volatile Speicher gemeinsam zu nutzen, wobei dann die Frage beantwortet werden muss, wie die nicht-volatilen Speicher möglichst CO2-neutral betrieben werden könnten. 

Unabhängig von der existentiellen Forderung, eine Speicherarchitektur zu schaffen, die elastisch auf verschiedenste Herausforderungen reagieren kann, müssen wir jetzt erneut die Frage nach der Effizienz stellen. Diesmal sollen allerdings die wahrscheinlichen Kosten der geplanten Wasserstoffpeicher mit berücksichtigt werden. Was würde eine komplexe Infrastruktur aus Windrädern, Solarmodulen, Elektrolyseuren, Wasserstoffspeichern, Wasserstoffkraftwerken, Brennstoffzellen und Leitungen wohl kosten? In diesem Zusammenhang gibt es ein Problem: Viele Pilotanlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff befinden sich noch in der Erprobungsphase. Deren bisherige Kapazitäten müssten aber um mehrere Zehnerpotenzen vergrößert werden, um den ehrgeizigen Plänen zu genügen! Was das kosten würde, lässt sich im Moment kaum seriös abschätzen. Deshalb müssen wir über den Daumen peilen. Dazu kann man sich in einem ersten Schritt an einer Technologie orientieren, deren Preise bekannt sind. Das gilt etwa für die Akkutechnologie. Wollte man eine Speicherarchitektur von ungefähr 100 Terawattstunden Kapazität bauen, eine solche Größenordnung wird von einigen Experten für sinnvoll gehalten, und würde man dann  Akkuspeicher zu den gängigen Marktpreisen verwenden, käme man auf die unvorstellbare Summe von rund 50 Billionen Euro! Selbst wenn die Wasserstoffarchitektur deutlich billiger wäre, handelt es sich hier ohne Frage um eine Multi-Billionen-Euro Investition! Wie soll man das finanzieren? Vor allen Dingen in 12 Jahren, so wie es Luisa Neubauer vorschwebt.

Gemessen an der Zielsetzung Geldmittel effizient einzusetzen, um einen größtmöglichen ökologischen Nutzen zu generieren, darf man deshalb Sinn und Zweck der deutschen Energiewende in Zweifel ziehen. Die Maßnahmen sind extrem teuer und es stellt sich die Frage, ob sich das Geld nicht sinnvoller einsetzen ließe. Die ökologische Kosten/Nutzen-Rechnung überzeugt bisher nicht. 

Vor diesem Hintergrund ist es schwer verständlich, warum mit einer gewissen Starrsinn der eingeschlagene Weg weiter beschritten wird. 

Warum kapriziert man sich etwa auf den im Umgang komplizierten Wasserstoff? Dieser diffundiert in Leitungen und Speicherbehälter, die mit der Zeit brüchig werden können. Außerdem muss Wasserstoff, damit man ihn handhaben kann, in vielen Anwendungen gekühlt werden und unter großem Druck stehen. Nicht unwesentliche Teile der vorhandenen Infrastruktur müssten deshalb neu gebaut werden, um mit diesem Gas umgehen zu können. Warum macht man das? Weshalb wird nicht mit derselben Intensität auch über Lösungen nachgedacht, die die bereits vorhandene Infrastruktur in größerem Umfang nutzen könnten, um dann mit geringerem finanziellen Einsatz zum Ziel zu kommen?

Um nur ein Beispiel zu nennen: der verstorbene Chemienobelpreisträger George Olah sprach sich dezidiert gegen die Verwendung von Wasserstoff aus. Er plädierte eindringlich für das viel einfacher zu handhabende Methanol, das sich gleichfalls klimaneutral herstellen lässt. Mit Methanol können Autos genauso betrieben werden wie Heizungen, wenn sie mit recht geringem Aufwand angepasst werden. Große Teile der vorhandenen Infrastruktur werden nicht überflüssig, sie könnten weiter verwendet werden. Da stellt sich die Frage, warum es in Deutschland nicht zu einem offenen Wettstreit der Ideen kommt, damit wir gemeinsam die beste Lösung finden?

Haben wir bis hierher vor allen Dingen über die Energiewende in Deutschland nachgedacht, müssen wir nun noch einmal auf das zentrale Problem zu sprechen kommen: Was tun wir eigentlich, um den globalen Klimawandel zu bekämpfen? 

Konsequent zu Ende gedacht, müsste eine so komplexe Infrastruktur, wie wir sie gerade für Deutschland beschrieben haben, ja auch auch in Ländern wie Nigeria, dem Sudan oder Indien gebaut werden. Denn genau dort begegnen wir in wenigen Jahren den maßgeblichen Herausforderungen. Aber ist es realistisch, dass dort in kurzer Zeit Parks aus Sonnenkollektoren und Windrädern errichtet werden, wobei es gleichzeitig Leitungsnetze gibt, die die Stromversorgung überall sicher stellen und zudem noch potente Speichersysteme installiert werden, die die überlebensnotwendige Versorgungssicherheit gewährleisten? Das klingt doch recht utopisch. Eher besteht  die Gefahr, dass der gewaltige Energiehunger solcher Länder durch Verfeuerung billiger fossiler Brennstoffe gestillt werden wird. Dafür würden mit recht großer Wahrscheinlichkeit tausende Kraftwerke gebaut werden, während wir uns in Deutschland in der Rolle gefallen, für sehr viel Geld einige wenige abzuschalten.

Das ist paradox, wenn man das Klimaproblem ernst nimmt. 

Um ein Bild zu gebrauchen: Gesetzt den Fall, ein großes Bauernhaus mit Stall und Scheune steht in Flammen, dann schicken wir den Großteil der Feuerwehrleute in den Garten, um den Geräteschuppen zu löschen, während sich am Haupthaus nur einige wenige mit einer Eimerkette versuchen. 

Warum handeln wir so inkonsequent? Damit sind wir wieder am Anfang. Es ist etwas anderes, sich ökologisch zu fühlen, als ökologisch zu handeln. Das erste gibt einem das angenehme Gefühl, die richtigen Ziele zu verfolgen, birgt aber die große Gefahr, der Komplexität des Themas nicht gerecht zu werden. Doch wenn wir das Klimaproblem effizient lösen wollen, haben wir keine andere Wahl, als dicke Bretter zu bohren.

Aus diesem Grund muss die gesamte Energiewende gedanklich aufgeschnürt werden. Es muss alles auf den Prüfstand und es muss ohne Denkverbote mit offenem Visier ausdauernd diskutiert, probiert und getestet werden. In diesem kreativen Wettstreit sollte der Rat von Spezialisten in den Medien mindestens so oft gehört werden, wie der omnipräsenter Talkshow-Berühmtheiten. 

Die in Deutschland präferierten regenerativen Energien, Wasserstoff als Speichermedium, die einseitige Favoritisierung  der E-Mobilität, wären in diesem Tableau nur Wahlmöglichkeiten unter vielen. Alle Optionen müssen durchdacht  werden und in dem Bewusstsein diskutiert werden, dass der Klimawandel ein Problem ist, das den gesamten Planeten Erde betrifft und nicht nur unser Land. 

In diesem Zusammenhang wäre mit Nachdruck zu prüfen, wie der wirksame Emissionszertifikatehandel global ausgeweitet werden könnte. Als nächstes müssten die ärmeren Länder im Kampf um die Klimaerwärmung mit ins Boot geholt werden, um sie bei dem Ziel zu unterstützen, einen menschenwürdigen Wohlstand zu entwickeln. Das ist zum einen aus humanitären Gründen geboten. Es wäre aber auch ein wesentlicher Teil der Lösung des CO2-Problems. Gerade arme Länder haben eine rasante Bevölkerungsentwicklung. Kinder sind dort die einzige Form der Altersabsicherung. Es ist aber eine demographische Tatsache, dass Frauen mit wachsendem Wohlstand weniger Kinder bekommen. Und weniger Menschen benötigen weniger Energie. Die Unterstützung dieser Länder darf allerdings nicht darin bestehen, einfach ein Füllhorn mit Geld auszuschütten, das dann, wie leider schon öfter erlebt, von Regierungskasten privatisiert wird. Klüger wäre es, gemeinsam win-win-Situationen zu schaffen, zum Beispiel in Staaten, die hervorragende klimatische Bedingungen haben, in denen aber gleichzeitig verlässliche Verwaltungsstrukturen bestehen und Parlamente demokratisch legitimiert sind. Für diesen Ansatz spräche unter ökologischen Gesichtspunkten nicht nur, dass dort etwa die Nutzung der Sonnenenergie wesentlich effizienter wäre. Würde man diese Energie im nächsten Schritt verwenden, um CO2-neutrale Kraftstoffe in großem Maßstab herzustellen, dann wären diese mit bewährter Technologie einfach zu transportieren und es gäbe in den europäischen Ländern schon eine komplett entwickelte Infrastruktur, um diese zu verwenden. Und die Erzeugerländer würden natürlich auch selbst von der Energie partizipieren

Man wundert sich, warum solche Denkansätze nicht mit Nachdruck verfolgt werden, auch wenn noch viele Fragen zu klären sind. Warum agieren wir immer noch national und so wenig effizient? Warum versäumen wir, einen wirklich wichtigen und global orientierten Beitrag zur Lösung des Klimaproblems zu leisten? Das sind Fragen, die auf eine Antwort warten.

Dr. Marco Wehr ist Physiker und Philosoph. Er arbeitet als Schriftsteller und Redner. Zudem ist Marco Wehr Gründer und Leiter des Philosophischen Labors in Tübingen (www.philab.de)

Gefährliche Wege zum Glück

“Keine Kunst vermochte etwas, kein Kraut nützte, keine Medizin richtete etwas aus.“

“Die ganze Stadt war ein Grab.“

Mit diesen düsteren Worten kommentierte der Chronist Lorenzo de Monacis die Pest, die 1348 in Venedig wütete. Die nächsten dreihundert Jahre wurde die Serenissima im Schnitt alle zehn Jahre von der Seuche heimgesucht. Gerade die verheerenden Ausbrüche von 1576 und 1630 haben sich ins kollektive Gedächtnis der Bevölkerung eingegraben. Die Folgen waren desaströs. Bei den großen Ausbrüchen starb ein Drittel der Bevölkerung. Auf das heutige Deutschland übertragen, wären bei einem vergleichbaren Ausbruch über 25 Millionen Tote zu beklagen. Jede Familie würde im engen Kreis Verstorbene beweinen. 

Die damalige Hilflosigkeit war unvorstellbar. Der Feind hatte kein Gesicht. Fast 5000 Jahre wütete die Pest schon und man hatte nicht die geringste Ahnung, wie sie verursacht wurde. Üble Dünste standen im Verdacht. Oder ein sittenloses Leben, das einem rachsüchtigen Gott missfiel. Doch egal, ob man Kräuter verbrannte oder dem Herrn versprach, in Zukunft gottgefälliger zu leben, der Schnitter schwang unbarmherzig die Sense und vollbrachte sein grausames Werk. 

Beindruckend war aber die Dankbarkeit der Menschen, nachdem sich die Seuche zurückgezogen hatte. Man spendete viel Geld, um zwei eindrucksvolle Kirchen zu bauen, die bis heute das Stadtbild von Venedig prägen: Il Redentore und Santa Maria della Salute. Die Bauzeit der architektonischen Meisterwerke dauerte Jahrzehnte. Dafür waren finanzielle Mittel notwendig, die in ihrer Höhe kaum mehr vorstellbar sind. Bis zum heutigen Tage gibt es Prozessionen, um der Toten zu gedenken.

Machen wir einen Zeitsprung in die Gegenwart und nehmen die Coronapandemie in den Blick! Die ersten Kranken tauchten im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan auf. Das Genom des Virus war schon wenige Wochen später sequenziert. Nur zwölf Monate später wurde die 90-jährige Maggi Keenan aus Coventry als Erste mit dem Impfstoff von BioNTech immunisiert. Im Moment sind in Deutschland über sechzig Prozent der Bürger mindestens einmal geimpft. Gestorben sind an Covid-19 etwa 92 000 Menschen. Setzt man die Zahl der Coronatoten in Deutschland in Beziehung zu der Anzahl der Pestopfer in Venedig, dann hatte die Lagunenstadt im Verhältnis etwa 30 000 mal mehr Tote zu beklagen als wir. Und es dauerte bei der Pest im Vergleich zu Corona 5000 mal länger, bis man sie heilen konnte.

Man könnte annehmen, dass das ein Grund zum Feiern ist. Eigentlich bestaunen wir einen unvergleichlichen Triumph der Wissenschaften. Doch niemand schickt sich an Forschern wie Ugur Sahin  und seiner Frau Öslem Türeci, die das potente mRNA-Vakzin entwickelt haben, eine Kathedrale zu bauen und Dankbarkeit zu zeigen. Stattdessen wird die Existenz eines Impfstoffes von den meisten für eine Selbstverständlichkeit gehalten. Und über die Rückkehr der Freiheit freut man sich eher verhalten. Viele sind sogar verstimmt. Zulange musste man auf den geliebten Urlaub verzichten oder grämte sich, da man nicht das Café seiner Wahl besuchen konnte. Auch die Anwesenheit der Kinder zuhause war fordernd. Deutlich zeigen sich Verdruss und Krisen in der Tatsache, dass Plätze beim Psychologen nicht mehr zu bekommen sind. Alles ausgebucht, auf Monate.

Wenn es eines Beweises bedurfte, dass unser Weltbild auf den Prüfstand muss, dann liefert ihn unser Umgang mit der Coronapandemie. Wobei die Zeichen auch schon vorher unübersehbar waren. Im Vergleich zum 19. Jahrhundert hat sich unsere Lebenserwartung fast verdreifacht. Betritt man heute einen gewöhnlichen Supermarkt so übertrifft die dortige Auswahl an Früchten aus aller Welt, Fisch, Fleisch, Geflügel  und Spezereien das, was man sich früher unter dem Paradies vorstellte. Die reichsten Fürsten und Könige der Geschichte hätten sich gedemütigt gefühlt, hätten sie die Möglichkeit gehabt, die Auswahl eines gewöhnlichen Supermarkts mit ihrer Festtafel zu vergleichen. Doch gemäß einer Umfrage kaufen die Menschen ausgesprochen ungern ein. Es ist Ihnen eine Last eine Kiwi aus Neuseeland, eine Ananas aus Nicaragua und ein saftiges Steak vom Rind aus der argentinischen Pampa in den Einkaufskorb zu legen. Lieber regt man sich auf, wenn die Litschis für den Salat  vergriffen sind.

Was ist da los? Warum führen diese paradiesischen Zustände, von denen Menschen zu allen Zeiten geträumt haben, nicht zu paradiesischen Glücksgefühlen?

Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Pfeifende, singende und lachende  Menschen sind selten zu finden. Das passt zu einer Untersuchung aus Italien. Waren unsere liebenswerten Nachbarn einst das Paradebeispiel öffentlich zelebrierter Sangeskunst so hat sich auch jenseits der Alpen der Frohsinn in den Schmollwinkel verzogen. In den reicheren Vierteln Mailands schmettert niemand mehr ein Lied. Dazu muss man in den armen Süden fahren.

In den Industrieländern ist das Glück mit dem rapide gestiegenen Wohlstand nicht mitgewachsen. Stattdessen werden seelische Qualen zur Volkskrankheit. Gemäß einer großen Untersuchung der Barmer Ersatzkasse wird ein Viertel der 18- bis 25-Jährigen in Deutschland von Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken gequält. Irgendwas läuft falsch. Warum wollen sich Glück und Zufriedenheit nicht einstellen, obwohl die äußeren Bedingungen so gut sind, wie noch nie in der gesamten Menschheitsgeschichte?

Um diesem eigenartigen Phänomen nachzuspüren, beginnen wir mit dem Begriff des Glücks selbst. Wenn man im Deutschen über Glück spricht, dann muss man zuerst eine Unterscheidung treffen. Glück hat bei uns zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen bezeichnet es den glücklichen Zufall. In der anderen Lesart ist ein Lebensgefühl gemeint. 

Beginnen wir mit dem glücklichen Zufall. Dessen Gegenspieler ist das gefürchtete Pech. Glück und Pech sind in diesem Zusammenhang etwas anderes als Verdienst und Schuld. Glück hat man, wenn man im Lotto gewinnt. Pech, wenn einem der sprichwörtliche Blumentopf vom Balkon auf den Kopf fällt. Natürlich kann Pech für eine Weile zu Missmut führen. Dauerhaft gefährlich für die eigene Zufriedenheit werden Glück und Pech aber erst, wenn man sie konsequent als Erklärungsprinzip heranzieht, um die eigene Lebenssituation zu legitimieren. Es sei betont, dass sich die folgende Argumentation nicht auf Menschen bezieht, die Schicksalsschläge wie schwere Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen erleiden mussten. 

Was passiert, wenn man die eigene Unzufriedenheit immer dem Pech in die Schuhe schiebt? Wenn man beklagt, Pech mit den Eltern zu haben, mit den Lehrern und mit den Partnern? Wenn man lamentiert, nicht talentiert zu sein und mit seinem Aussehen hadert? 

Man gibt das Heft aus der Hand und macht sich zum Spielball eines unberechenbaren Zufalls. Das hat Konsequenzen. Die verführerische Seite besteht darin, dass man die Verantwortung für die eigene Befindlichkeit an eine unbekannte Schicksalsmacht delegiert. Das ist bequem. Aber der Preis ist hoch. Statt selbst zu handeln, fühlt man sich behandelt. Das ist ein gedeihlicher Nährboden für depressive Verstimmungen. Schließlich behauptet man, hilflos zu sein. Schon Hunde reagieren auf solche Situationen mit Schwermut. Man verglich in einem Experiment zwei Gruppen von Tieren, die in verschiedenen Käfigen untergebracht waren. Über deren Boden konnte man ihnen einen leichten Stromschlag zuführen. In dem einen Käfig gab es jedoch eine Apparatur, mit der die Hunde den Strom ausschalten konnten, was sie schnell lernten. In dem andern Käfig gab es diesen Mechanismus nicht. Im nächsten Versuchsdurchgang wurden beide Käfige oben geöffnet. Außerdem wurden die Seitenwände soweit erniedrigt, dass die Hunde mühelos herausspringen konnten. Den Abschaltmechanismus gab es allerdings nicht mehr. Die Hunde, die gelernt hatten, mit ihren eigenen Handlungen etwas zu bewirken, sprangen aus dem Käfig. Die anderen legten sich auf den Boden und ertrugen ihr Schicksal. Dieses Phänomen bezeichnet man als erlernte Hilflosigkeit. 

Ein weiteres interessantes Ergebnis stammt von der Psychologin Carolin Dweck. Zwei Studentengruppen absolvierten einen nicht zu schweren Test in Mathematik, den alle mit Erfolg absolvierten. Anschließend wurde die eine Gruppe überschwänglich für ihr Talent gelobt. Bei der anderen strich man ihren Fleiß und ihre Lernausdauer hervor. 

Im zweiten Durchgang waren die Tests deutlich schwerer. Interessanter Weise gaben nun die, die man für ihren Fleiß gelobt hatte, nicht so schnell auf. Sie zeigten Biss und schrieben passable Ergebnisse. Die aber, die sich etwas auf ihr Talent einbildeten, schmissen die Flinte schnell ins Korn und scheiterten häufiger. 

Die Erfahrung, auf der Grundlage eigener Kompetenzen seine Situation verändern zu können, verleiht also Flügel. Das weiß man auch aus der sogenannten Expertiseforschung. Menschen, die Dinge meisterlich können, sind vor allen Dingen die, die mit großer Ausdauer üben und den Mut haben, sich immer neuen Herausforderungen zu stellen. Das klappt am Besten, wenn man von einer Sache begeistert ist und deshalb eine hohe intrinsische Motivation hat. Entscheidend ist, nicht aufzugeben. Das vielgelobte Talent, der genetische Zufallsfaktor, spielt eine geringere Rolle als man allgemein denkt. So war Albert Einstein, der Inbegriff des Genies, kein wirklich brillanter Mathematiker. Er besaß aber einen Riecher für die richtigen Fragestellungen und eine bewundernswerte Zähigkeit, um jahrzehntelang zu arbeiten, bis er seinen Intuitionen endlich eine stringente mathematische Form geben konnte.

Die eigene Befindlichkeit mit Glück und Pech zu begründen birgt noch weitere Fallstricke. Wir neigen nämlich dazu, unsere Situation mit der anderer zu vergleichen. In der antiken Philosophie der Lebenskunst war das eine Todsünde. Der Hang zum Vergleich fördert schließlich die Entwicklung von Charaktereigenschaften, die mit Notwendigkeit zu Gram und Verdrießlichkeit führen. Die Rede ist von Neid und Missgunst. Man schaut sich neugierig um. Und gerade in der global vernetzten Welt findet sich immer einer, der besser aussieht oder wohlhabender ist, einen attraktiveren Partner hat oder etwas besser kann als man selbst. Und das wird in der Lesart von Glück und Pech als ungerecht empfunden. Warum die oder der und nicht ich?

Aus dieser Falle führt kein Weg heraus. Es sei denn, man ändert die Perspektive, akzeptiert seine Situation oder beschließt, sie aus eigenen Kräften zu ändern. Das wäre der gebotene Aufbruch in die Eigenverantwortung. Aber auch dieser hat eine Schattenseite. Wenn man sich die falschen Ziele setzt. Damit kommen wir zur zweiten Lesart des Glücks.

Fragt man Menschen nach ihrem Lebensziel, dann geben sie meist an, zufrieden und glücklich sein zu wollen. Dabei wird das Lebensglück mit Gesundheit und Erfolg in einen Zusammenhang gedacht. Wie essentiell Gesundheit ist, weiß jeder, der einmal ernstlich krank war. Nicht umsonst heißt es “Der Gesunde hat viele Probleme, der Kranke nur eins.“ Obwohl Gesundheit als essentieller Teil für die Zufriedenheit genannt wird, wundert man sich aber, dass viele Menschen dieser recht wenig Beachtung schenken. Übergewicht ist in allen reichen Ländern ein großes Problem. Rauchen und Trinken ebenfalls. 

Aber nicht nur der nachlässige Umgang mit dem eigenen Körper gibt Anlass zum Nachdenken. Auch viele der angestrebten Erfolgskriterien wären zu hinterfragen. Neben harmonischen Familienverhältnissen und Gesundheit werden Wohlstand, Ansehen, Karriere oder Einfluss angestrebt. Gerade kürzlich befragte man Teenager nach ihren Zukunftsplänen. Die meisten wollten einfach berühmt werden und zwar mit überschaubarem Aufwand. Der “Influencer“, der sich auf Social-Media-Kanälen viele Klicks holt, stand ganz hoch im Kurs. Aber das Streben nach Ansehen ist nicht nur unter Jugendlichen verbreitet. Auch Personen des öffentlichen Lebens, die sich etwas auf ihren Intellekt einbilden, sind prädestiniert, an die Angel zu gehen. Das Verlangen seine Meinung in den maßgeblichen Gazetten platziert zu sehen oder sich in Talkshows zu allem und jedem zu äußern, kann suchtartig werden.

Will man verstehen, weshalb das angestrengte Streben nach Geld, Ansehen, Karriere und Einfluss mit Vorsicht zu genießen ist, macht es Sinn, sich mit einigen grundlegenden psychologischen Prinzipien auseinanderzusetzen. Da gibt es an erster Stelle den Gewöhnungseffekt. Dieser ist eigentlich weder gut noch schlecht. Es ist tröstlich, dass viele Querschnittsgelähmte, die wegen eines Unfalls im Rollstuhl landen, eine Zufriedenheit erreichen können, die mit der vor dem Unfall vergleichbar ist. Hier funktioniert Gewöhnung wie ein lindernder Balsam. 

Sie kann aber auch eine andere Dynamik entfalten. Betrachten wir einen jungen Mann, der seine Ersparnisse zusammenkratzt, um sich einen nagelneuen Golf mit potentem Motor und Doppelauspuff zu kaufen. Steht das ersehnte Auto endlich in der Garage, kennt der Besitzerstolz keine Grenze. Leider verblasst das euphorische Gefühl mit der Zeit. Er gewöhnt sich an das Auto. Um einen neuen Kick zu bekommen, muss etwas Besseres her. Der Golf wird verkauft, jetzt gibt es den getunten BMW, nur wenige Jahre später muss es dann ein bulliger Mercedes sein. Dieser getriebene Zyklus von Erstreben, Erwerben, Gewöhnen und Veräußern wird in der Psychologie als die hedonistische Tretmühle bezeichnet. Wie ein Hamster im Laufrad bewegt man sich im Käfig seiner eigenen Zwänge. Doch das ist nicht alles:

Im Hamsterrad muss die Laufgeschwindigkeit permanent erhöht werden, um zur ersehnten Befriedigung zu gelangen. Das hat mit einem interessanten funktionalen Zusammenhang zu tun, der vor allen Dingen von dem Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahnemann und seinem verstorbenen Kollegen Amos Tversky untersucht wurde. 

Denken wir uns ein Koordinatensystem! Dann steht auf der X-Achse der objektive Wert. Rechts vom Nullpunkt könnte das ein Geldbetrag sein, den man bekommt. Links wären Verluste aufzutragen. Die Y-Variable bezeichnet Lust und Verdruss. Wie sehr freut man sich, wenn man einen bestimmten Betrag erhält oder wie sehr ärgert man sich, wenn man Geld verliert. Diese “Lust- und Verdruss-Funktion“ hat einige eindrückliche Eigenschaften. Da ist zum einen die Tatsache, dass Menschen negative Ereignisse stärker empfinden als positive. Der Ärger tausend Euro zu verlieren ist größer als die Freude, denselben Betrag zu gewinnen. Die Funktion also ist keine Winkelhalbierende, die durch den Nullpunkt geht. Das hat weitere Konsequenzen. Wenn der BMW doppelt so teuer ist wie der Golf, ist die Freude leider nicht doppelt so groß. Sie ist kleiner, da es sich bei der “Lust- und Verdruss-Funktion“ um eine Sättigungskurve handelt. Sowohl im negativen, wie im positiven Bereich nähert sie sich einem Wert, der nicht überschritten wird. Anschaulich sieht die Funktion ein bisschen wie ein in die Höhe gezogenes S aus. Das ist auf der Schmerzensseite positiv. Das empfundene Unglück hat eine Grenze. Die Freude aber auch. Diese steigt zuerst stark an, um dann mit wachsendem Einsatz immer mehr abzuflachen. Am Anfang ist sie also groß. Das erste Auto ist ein euphorisierendes Erlebnis. Doch je mehr man hat, desto mehr muss man investieren, um einen deutlichen Zuwachs an Glück zu empfinden. Das macht das Rennen in der Tretmühle zu einem letztlich hoffnungslosen Unterfangen. 

Und die Jagd nach dem Kick durch den Konsum hat weitere Schattenseiten. Beständig wird nach links und rechts geäugt, um sicherzustellen, dass man gut im Rennen liegt. Vielen reicht es nicht, dass es ihnen gut geht. Wichtig ist, dass es ihnen im Vergleich zu anderen besser geht. Auch zu diesem Phänomen gibt es aufschlussreiche Daten. Was wäre Ihnen lieber? Sie bekommen 80000 Euro, ihre ganzen Nachbarn aber 100000. Oder sie bekommen 60000 Euro und die Nachbarn nur 40000. Tatsächlich entscheiden sich mehr Menschen für die zweite Variante als für die erste. Das lässt nur eine Folgerung zu: Der relative Wert ist maßgeblicher als der absolute. Fassen wir zusammen: Für den jungen Herren, geht es nicht um das Auto an sich. Stattdessen ist er mit einem schwierigen Optimierungsproblem konfrontiert: Wie es gelingt ihm, mit gerade noch vertretbarem finanziellen Aufwand, ein Statussymbol zu erwerben, dass den eigenen Ansprüchen genügt und gleichzeitig den nötigen Eindruck schindet? Solche Probleme können die Gemütslage ziemlich beeinträchtigen Und natürlich sind nicht nur männliche Autokäufer betroffen sondern auch Frauen auf der Jagd nach der ultimativen Handtasche oder Familien auf der Suche nach dem absolut unverwechselbaren Urlaubserlebnis. Oder Eltern, die an der Karriere ihrer Kinder feilen. Oder Menschen, denen Gehalt und Laufbahn über alles gehen.  Überall, wo wir gewaltsam optimieren, um uns mit andern zu vergleichen, tappen wir in die Falle und werden Opfer der gerade beschriebenen Mechanismen. Es gefährdet also die Seelenruhe, wenn man im Namen des Erfolgs Reichtum, Ansehen, Aussehen, Ruhm oder Macht erstrebt. Dieses Streben kennt kein Ende. Es ist wie Salzwasser für den Dürstenden.

Vor diesem Hintergrund wird nun nachvollziehbar, weshalb unsere gegenwärtige Einschätzung der Coroankrise, legt man historische Maßstäbe zugrunde, so unangemessen ist. Wir haben uns mit großer Selbstverständlichkeit an einen unvergleichlichen Wohlstand gewöhnt, wobei wir dessen absolute Größe weder hinterfragen noch zur Kenntnis nehmen. Im “Lust-und Verdruss-Diagramm“ sind viele schon sehr weit nach rechts gewandert. Substanzielle Verbesserungen sind da kaum mehr möglich. Dafür nehmen wir graduelle Verschlechterungen als ausgesprochen schmerzhaft wahr. Und zu allem Überfluss machen wir unsere Befindlichkeit auch noch davon abhängig, wie wir uns im Vergleich zu anderen Menschen einordnen. Damit wären wir erneut bei den Glücksgiften Neid und Missgunst. Warum der oder die und nicht ich?! 

Da Vergleiche mit anderen in unserer Gesellschaft eine so große Rolle spielen, obwohl diese die Lebenszufriedenheit in tückischer Weise untergraben, muss hier noch über den Einfluss der sozialen Medien gesprochen werden, die in diesem Zusammenhang wie ein Brandbeschleuniger wirken. Es ist nämlich wichtig zu verstehen, dass Medien wie Facebook oder Instagram globale Schaufenster sind. 

Sie verleiten dazu, anderen Menschen zu folgen und deren Leben zu betrachten, man liegt aber auch selbst in der Auslage und wird von ihnen betrachtet. Da will man natürlich ein gutes Bild abgeben. Das verleitet dazu, seinen virtuellen Auftritt wirkungsvoll zu gestalten und die Möglichkeit der gesteuerten Selbstinszenierung gestattet es, die gewünschte Aufmerksamkeit zu generieren. Und genau diese Aufmerksamkeit ist mit dem Ansehen korreliert. Wobei Ansehen hier ganz wörtlich zu verstehen ist. Aus der Verhaltensbiologie weiß man, dass Menschen mit großem Ansehen von vielen Menschen angesehen(!) werden. Wie verführerisch ist es deshalb für Menschen mit histrionischer Persönlichkeit, von Millionen Menschen am Bildschirm betrachtet zu werden? Doch auch hier lauert Gefahr. 

Von dieser sind besonders Mädchen und junge Frauen betroffen. Während man weiß, dass bei der eigenen Inszenierung mitunter geschickt gemogelt wird, neigt man dazu, die aufpolierten Existenzen der anderen für authentisch zu halten. Bei den anderen scheint im Urlaub offensichtlich permanent die Sonne, die Partys sind rauschender, sie sind immer super gelaunt und besser aussehen tun sie auch noch. Das führt zur Niedergeschlagenheit. Oder zur Gegenreaktion. Einem krampfhaften Kampf um Aufmerksamkeit, der die verrücktesten Formen annehmen kann. Am verstörendsten sind Mädchen, die sich im globalen Schlankheitswettkampf zu Tode hungern oder sensationslüsternde Reiseblogger, die auf der Suche nach dem ultimativen Film von Klippen stürzen oder in Wasserfällen ertrinken.

Wie könnte man die Schwerpunkte in seinem Leben anders setzen? Da gäbe es natürlich den klassischen und bewährten Weg der Philosophie. Man befragt ausgewiesene Meister der Lebenskunst wie Epikur, Seneca, Marc Aurel, Buddha, Laotse oder Aristoteles und macht sich auf einen langen Weg. Man könnte sich aber auch mit der Harvard-Glücksstudie beschäftigen, einem modernen Experiment, das seines Gleichen sucht. Wir wählen hier die zweite Möglichkeit. In der Harvard-Glücksstudie wurden die Lebenswege von 814 Menschen akribisch untersucht. Die Probanden waren eine wilde Mischung. Begabte weiße Männer, Menschen verschiedenster Ethnien aus ärmeren Verhältnissen und Frauen mit extrem hohem Intelligenzquotienten. Die Testpersonen, die bis zum heutigen Tage anonym sind, wurden in regelmäßigen Zeiträumen genauestens befragt, beobachtet und analysiert. Die wesentliche Frage war, was ein glückliches Leben ausmacht. Nachdem man diese Menschen meistens bis ans Sterbebett begleitet hatte, kristallisierte sich eine Essenz heraus, die uns zu denken geben muss. Zuerst fand man das Naheliegende: Schwere Krankheit, der Verlust der Kinder, katastrophale finanzielle Verhältnisse, sind Bedingungen, die dem Glück massiv im Weg stehen. Doch bei denen, die von solchen Schicksalsschlägen verschont geblieben waren, stellte sich nicht automatisch Zufriedenheit ein! Es zeigte sich, dass die oben diskutierten und gesellschaftlich geadelten “Erfolgskriterien“ Ansehen, Aussehen, Wohlstand, Einfluss für das Lebensglück keine wesentliche Rolle spielen. Entscheidend waren einzig zwei Punkte. Glücklich wurden die, die für sich eine Lebensaufgabe gefunden hatten, die ihrem eigenen Wesen entsprach und die zudem in der Lage waren, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen. Gerade der erste Aspekt deckt sich mit der Einschätzung des griechischen Philosophen Aristoteles. 

„Glück wird dem Zuteil, der gemäß seines eigenen Wesens lebt“ sagte er, wobei er so klug war zu wissen, dass Gesundheit, bescheidener Wohlstand, eine intakte Familie und gute Freunde notwendige Bedingungen des Glücks sind. Wie aber erfährt man, ob eine Tätigkeit, die man anstrebt, seinem eigenen Wesen entspricht? 

Damit kommen wir zum alten Orakelspruch von Delphi, der in den verschiedensten Auslegungen eine zentrale Rolle in der Philosophie spielt. Er lautet: “Erkenne Dich selbst!“. Leider hat dieser harmlos klingende Satz eine verstörende Tiefe. Der Prozess, sich selbst auszuloten, die eigenen Ängste, Bedürfnisse, Befähigungen zu erkennen, ist nichts, das sich in einem Wochenendseminar erledigen ließe. 

Das ist eine lohnende Aufgabe, der man sich stellen muss und die einen langen Atem braucht. 

Vor Hintergrund gesammelter antiker Lebenskunst und den aktuellen Ergebnissen der Harvard-Glücksstudie sei nun eine ketzerische Frage erlaubt: Stehen die in unserer Gesellschaft für selbstverständlich gehaltenen Erfolgskriterien, die uns in vielen Zusammenhängen wie ein Mantra vorgebetet werden, dem Glück im Weg, während eine Lebensführung, die sowohl den Einsichten antiker Weisheitslehrer als auch  moderner Glücksforschung entspricht, wenig Wertschätzung erfährt? 

Wenn es so zentral ist, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen und einen Lebensweg einzuschlagen, der dem eigenen Wesen gemäß ist, dann stellt sich heraus, dass die Art und Weise, wie wir in unserer Gesellschaft Schule und Studium gestalten, und wie viel Zeit wir mit unseren Kindern, Verwandten und Freunden verbringen und wie wir mit diesen umgehen, im tiefsten Sinne philosophische Probleme sind. Hinterfragen wir diese wichtigen Punkte?

Bliebe noch hinzuzufügen, dass ein Leben, das die Schwerpunkte eher in den Beziehungen und weniger in den Dingen setzt, unseren Lebensraum schont. 

Zur Zufriedenheit braucht es viel weniger, als man glaubt. Außerdem geraten andere Charaktereigenschaften in den Fokus. An die Stelle von Neid und Missgunst treten die Glücksbringer Bescheidenheit und Dankbarkeit. 

Immer am dritten Wochenende im Juli findet in Venedig in der Kirche Il Redentore ein großer Gottesdienst statt. Man ist dankbar und feiert, dass die Pest Geschichte ist. In diesem Jahr hat man die Coronaseuche, die wir mit konsequenter Impfung wohl in den Griff bekommen werden, zum ersten Mal in die Feier mit eingeschlossen. Damit wäre zumindest in Italien ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan.